Ad-hoc-Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Innsbrucker Nahverkehr Innsbruck, 21.12.2009 ---------------------------------------------------------------------- Liebe Redaktion, es ist Montag mittag, drei Tage vor Weihnachten und die Stadt erstickt im bisher größten Auto-Stau des Jahres. Seit ca. 11 Uhr sagt die IVB-Leitstelle per Funk in den Fahrzeugen und über die Haltestellenlautsprecher folgenden Text an die Fahrgäste durch: "Derzeit herrscht im gesamten Stadtgebiet Verkehrsstillstand. Es ist uns nicht mehr möglich, unsere Fahrpläne aufrechtzuerhalten. Wir bitten um Verständnis." Das ist eine Premiere. Bisher kam es zwar immer zu Verzögerungen und großen Verspätungen, aber noch nie zum einem Totalstillstand. Die aktuelle Situation auf Twitter: http://twitter.com/ain_org Es ist Ihnen sicher auch aufgefallen: die Staus haben in den letzten Monaten immer weiter zugenommen und treten mittlerweile schon fast täglich auf. Wir sind mittlerweile an den Punkt angelangt, an die die IVB alle ihre Reservefahrzeuge und -fahrer einsetzen müssen und deswegen einzelne Linien gar nicht mehr mit zusätzlichen Einschüben bedient werden können. Das bedeutet neben den hohen Kosten auch Intervall-Lücken und lange Wartezeiten für die Fahrgäste. Lassen Sie sich das am besten von IVB-geschäftsführer Martin Baltes selbst bestätigen... Wir sind der Meinung, dass die Politik jetzt endlich handeln und den Straßenbahnen und Bussen mehr bevorrangte Korridore verschaffen muss. Schon im Oktober haben wir dafür ein Grobkonzept präsentiert: http://www.a-i-n.org/download/pa_oev-entstoerung-innenstadt_AIN.pdf Passiert ist bisher leider nichts. ÖVP und FPÖ trauen sich nicht drüber, FI und leider auch die SPÖ in Gestalt von StR Walter Peer glauben sowieso, dass man den Autoverkehr keinesfalls einschränken dürfe, einzig die Grünen unterstützen unsere Forderungen. Ich darf Sie hiermit nochmals an dieses Konzept erinnern; vielleicht können Sie einen Blick darauf werfen und etwas darüber schreiben. Man könnte damit solche Situationen wie heute für relativ wenig Geld vermeiden. Nach seiner Umsetzung stünde an Tagen wie heute zwar immer noch der Autoverkehr still, die "Öffis" würden sich aber weiterbewegen. Vorschlag: machen Sie doch Bilder der Öffis im Stau, berichten Sie darüber, fragen Sie die Politiker was diese dagegen zu unternehmen gedenken - die Menschen interessieren sich sicher dafür. Freundliche Grüße und schöne Feiertage, Manni Schneiderbauer, für die AIN ---------------------------------------------------------------------- Arbeitsgemeinschaft Innsbrucker Nahverkehr http://www.a-i-n.org